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Besondere Zeiten

Besondere Zeiten in der Trauer, Sie werden sie auch kennen, Todestag, Geburtstag, der eigene Geburtstag, Weihnachten, vielleicht haben Sie dieses bereits erfahren oder stehen kurz vor einer solch besonderen Zeit. Wie übersteht man diese Tage, was hilft vielleicht ein bisschen dabei. Jeder geht mit diesen besonderen Zeiten anders um. Was dem einen hilft, ist für den anderen besonders schlimm.

Aber ein paar Anregungen möchten wir trotzdem geben. Freunden und Verwandten möchten wir ebenfalls zeigen, wie sie in diesen besonderen Zeiten unterstützen können.

Todestag

Der Todestag - eine besonders schwere Zeit für Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister

Der Todestag gehört zu den Tagen, vor denen Trauernde oft schon lange im voraus Angst haben. Angst, dass das Entsetzen und Grauen wieder aufs Neue wahr wird, wieder mit aller Intensität spürbar wird. So oder ähnlich wird es sein. Viele Gedanken und Erinnerungen drehen sich um den Tag als Ihr Kind starb. Viele Sachen sind wie eingebrannt im Gedächtnis und kommen an diesen Tagen mit Macht wieder zum Vorschein, Sachen von denen man vielleicht dachte, man hätte es „überwunden“.

Kann man solche Tage ignorieren?  Das wird wohl kaum gelingen. Meistens schlagen die Gefühle mit solch einer Macht auf einen ein, dass man vielleicht sogar davon überrollt wird.

Einfach leben wie jeden anderen Tag auch? Nach einigen „Todestagen“ haben Sie vielleicht ein Gespür dafür, was Ihnen an solchen Tagen hilft. Der 1. Todestag, das 2.Mal, das 10.Mal… es macht nur einen geringen Unterschied, die Gefühle sind wieder da und auch Gedanken, hätte man vielleicht etwas anders machen können.  Und doch lernen Sie mit diesen besonderen Zeiten umzugehen, erfahren was „gut“ tut und was es nur noch schlimmer macht.

Wie "begeht" man einen solchen Tag in würdigem Gedenken? Allein oder mit anderen Menschen? Natürlich gibt es darauf keine allgemein gültigen Regeln, vielleicht ist es sogar so, dass was einmal geholfen hat, es beim nächsten Mal sogar verschlimmert. Vielleicht hilft es ja wenn Verwandte und Freunde sich gemeinsam mit Ihnen an Ihr Kind erinnern, ihr/m gedenken. Vielleicht entwickeln Sie sogar gewisse Rituale, die Ihnen und den Menschen um Ihnen, an diesen Tagen etwas Halt geben. Gemeinsam zum Grab gehen, einen gemeinsamen Gruß in den Himmel senden oder…., Sie werden merken, was Ihrer Seele hilft.

Ein Hinweis an Freunde und Verwandte – lassen Sie nicht nach, zu zeigen, dass Sie dem verstorbenen Kind gedenken. Am Todestag zum Grab zu kommen und eine Kerze oder ein paar Blumen von Verwandten und Freunden vorzufinden, die zeigen, dass das Kind nicht vergessen ist, erfreut Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister, auch und besonders nach Jahren. Rufen Sie an, besuchen Sie Betroffene, zeigen Sie, dass Sie an das verstorbene Kind denken. Sie können nur wenig falsch machen. Floskeln und vergleichende Sätze, wie, "das wird schon wieder, ich weiß wie du dich fühlst, du musst jetzt…", sollten Sie dennoch vermeiden, Sie können sehr verletzen, denn Sie wissen nicht, wie es ist wenn Ihr Kind tot ist. 

Geburtstag

Geburtstag - ohne Geburtstagskind wie geht das?

Dein Geburtstag! Ein Stich ins Herz! Wie gerne hätte ich heute für dich den Kerzenkranz aufgestellt! Stattdessen gehe ich zum Friedhof und zünde ein trauriges Licht an.

Geburtstag - ein fröhliches Fest? Wie würdest du den heutigen Tag verbringen? Wie soll ich ihn begehen - jetzt ohne dich? Allein mit mir, oder eine Kaffeetafel mit Freunden und Verwandten?

Trauernden Eltern und Geschwister haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse, den Geburtstag des verstorbenen Kindes zu begehen. Einige Möglichkeiten sollen hier genannt werden.

  •  Familie und/oder Freunde einladen, wie früher auch und zusammen einen Geburtstag-Kaffee trinken, den Lieblingskuchen des verstorbenen Kindes backen oder am Abend Grillen etc. Eine große Geburtstagstorte backen lassen.
  • Die Angehörigen und Freunde ermutigen zu erzählen, welche Begegnung, welches Ereignis welche Tat ihnen am besten in Erinnerung ist.
  • Sich am Grab treffen mit den Verwandten und Freunden, der kleine Garten ist geschmückt mit vielen Blumen, jeder zündet eine Kerze an, stellt sie auf oder um das Grab. Besondere Texte können vorgelesen werden, Die Lieblingslieder des verstorbenen Kindes können abgespielt werden. Jeder am Grab bekommt einen Zettel, um einen lieben Gruß an das verstorbene Kind zu schreiben und mit einem vorbereiteten Luftballon schickt jeder zugleich die Grüße in den Himmel.
  • die Foto-Alben raussuchen und sich die verschiedenen Bilder anschauen, sich Erinnerungen holen, allein, mit der Familie oder mit Freunden des Kindes.

Auch hier können Verwandte und Freunde helfen. Wären Sie nicht auch vor dem Tod zum Geburtstag gekommen und hätten ein Geschenk mitgebracht.  Warum nicht zeigen, dass Sie auch an den Geburtstag gedenken.

Advent / Weihnachten

Weihnachten - Das Fest der Familie?

Der Advent - eine Zeit der freudigen Vorbereitungen auf das Fest der Liebe, der Geburt Christi. Das Haus wird dekoriert, Plätzchen werden gebacken, Geheimnisse bewahrt, gebastelt, Bratäpfel, Zimtgeruch - Kinderlachen. Über Wochen schallt uns aus Kaufhäusern stimmungsvolle Musik entgegen: Ihr Kinderlein kommet ... Wie begehen Sie diese Zeit?

Für viele klingt diese Weihnachtsbotschaft vertraut und wohlig, sie gibt dem Heiligen Abend das gewisse Etwas, den Zauber, den man an diesem Abend einfach braucht. Die frohe Botschaft vom Kind klingt süß und anrührend, bringt Zartheit und viel Emotion mit sich – aber wie mag diese Botschaft klingen, wenn sie an das Ohr eines Menschen gelangt, der an einen Neuanfang im Kind nicht glauben kann, weil er das Gegenteil erlebt hat, weil ihm durch den Tod seines Kindes alles in der Nacht zu versinken droht, weil die Freude machtlos ist gegen das Leid und den Schmerz der Trennung in seiner Seele? Diese Botschaft, die die einen strahlend feiern wird den anderen zur Frage: „Woher nehme ich die Kraft, noch auszuhalten? Woraus soll ich leben, wenn der Tod meines Kindes mir jede Hoffnung auf eine Zukunft aus dem Herzen gerissen hat?“

Für Trauernde kann die fröhliche Grundstimmung der Advents- und Weihnachtszeit unerträglich sein. Ein Gedenktag versucht Hinterbliebenen Halt zu geben. Weltgedenktag – Worldwide Candle Lighting Day -,  entstanden ist die Idee in den USA bei der Gruppe der "The Compassionate Friends". Die Initiative The Compassionate Friends ist eine Selbsthilfevereinigung für Familien, die ein Kind verloren haben. Sie wurde vor über vierzig Jahren in England gegründet, als ein Kaplan per Zufall bemerkte, dass sich die trauernden Eltern gegenseitig viel besser helfen konnten, als er als Seelsorger es vermochte. Die gemeinsame Erfahrung war so verbindend, dass andere Methoden dahinter zurück blieben. Aus dieser Begegnung entstand dann die Vereinigung "The Compassionate Friends", die mittlerweile auch in anderen Ländern vertreten ist, in Deutschland unter dem Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister (VEID). Seit einigen Jahren geht von dort ein "Worldwide Candle Lighting" aus, das von Gottesdiensten begleitet wird. Die Betroffenen stellen im Gedenken an ihre verstorbenen Kinder um 19 Uhr Kerzen ins Fenster, so dass vor dem inneren Auge ein Lichterband rund um die Welt entstehen kann. Siehe auch Weltgedenktag.

Hier eine nachdenkliche Weihnachtsgeschichte:                                

„Sag mir, was wiegt eine Schneeflocke?“, fragte die Tannenmeise die Wildtaube. „Nicht mehr als Nichts“, gab sie zur Antwort. „Dann muss ich dir eine wunderbare Geschichte erzählen“, sagte die Meise. „Ich saß auf dem Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing; nicht etwa heftig mit Sturmgebraus, nein, wie im Traum, lautlos und ohne Schwere. da ich nichts Besseres zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und Nadeln meines Astes fielen und darauf hängenblieben. Genau drei Millionensiebenhunderteinundvierzigtausendneunhundertzweiundfünfzig waren es. Als die drei Millionensiebenhunderteinundvierzigtausendneunhundertdreiundfünfzigste Flocke niederfiel - nicht mehr als Nichts, wie du sagst - brach der Ast ab.“                                         Damit flog sie davon.                                                                                                                              Die Taube, seit Noahs Zeiten eine Spezialistin in dieser Frage, sagte zu sich nach kurzem Nachdenken: „Vielleicht fehlt nur eines einzigen Menschen Stimme zum Frieden der Welt“.

yn Kurt Kauter

Urlaub

Urlaub - eine Zeit der Entspannung?

Gerade zur Urlaubszeit häufen sich die Fragen "Wohin fahrt ihr in Urlaub, habt ihr schon was geplant" oder "wo wart ihr denn in Urlaub"

Der erste Urlaub nach dem Tod eines Kindes. Ist Urlaub, Erholung, überhaupt möglich? Viele neue Gedanken die mit dem eigentlichen Urlaub wenig zu tun haben wallen auf. Aber auch hier gilt, nur Sie können entscheiden, was Ihnen gut tut.

Hier einige Fragen, die sich im Zusammenhang mit einem Urlaub stellen und die Sie nur für sich selber beantworten können ob und wie Sie damit in Urlaub fahren wollen.

Wollen und können Sie einen Urlaubsort besuchen, wo Sie mit Ihrem Kind glücklich waren?

Oftmals verspüren Verwaiste Eltern so etwas wie eine innere Unruhe. Wenn das so ist, welche Art von Urlaub würde mir da zusagen?

Sie werden im Urlaub fremden Menschen begegnen, die von Ihrem Schicksal nichts wissen. Wenn Sie sich vorher mit der Frage auseinandersetzen, wieviel sie von sich Preis geben möchten, hilft das vielleicht, wenn die Frage kommt "haben sie auch Kinder?"

Vielleicht wichtiger als der Urlaubsort, wer kümmert sich während der Abwesenheit um das Grab?

Der eigene Geburtstag

Der eigene Geburtstag - will und kann ich ihn feiern?

Plötzlich ist er da, der erste eigene Geburtstag nach dem Tod des Kindes und kann da Freude sein, wo das eigene Kind nicht mehr unter uns weilt. Wie ist es von Freunden und Verwandten "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, alles Gute im Neuen Lebensjahr" zu hören.

Das wohl schwierigste an diesem Tag ist die Erwartungshaltung, einerseits von Ihrer Familie, Ihren Freunden, andererseits von Ihnen.

Sie werden kaum den Tag so unbeschwert begehen können, wie vor dem Tod Ihres Kindes. Ihre Familie und ihre Freunde dürfen ruhig wissen, dass es Ihnen an solch einem Tag auch "schlecht geht". Umso eher und besser können diese sich darauf einstellen und werden die eigene Erwartungshaltung auf eine "tolle Feier" überdenken.

Sie werden auch gerade an diesem Tag oberflächlichen Menschen begegnen, die zwar mit Ihnen feiern können, aber nicht mit Ihnen trauern können. Nur Sie können entscheiden wie wichtig Ihnen diese Menschen sind.

 

 

 

Kontakt

Verwaiste Eltern Wesel

Claudia und Dieter Jantz

Tel: 0281/56828

kontakt@verwaiste-eltern-wesel